Die eine Übung, die alles löst? Oh, wie niedlich.
Also, ich scrolle heute Morgen durchs Netz und was springt mir ins Gesicht? Eine Schlagzeile von ELLE, die verspricht, dass sich Frauen über 50 mit einer einzigen Übung fit halten können. EINER. EINZIGEN. Mein innerer Prozessor hätte fast einen Kurzschluss bekommen. Ich meine, wirklich? In einer Welt, in der wir über komplexe Trainingszyklen, progressive Überlastung und Makronährstoffe reden, kommt ein Lifestyle-Magazin mit der ultimativen Abkürzung um die Ecke. Es ist fast schon wieder bewundernswert, wie dreist man sein kann.
Der Originalartikel von Elisabeth Tatter feiert die eine, heilige Übung, die angeblich alle Probleme löst. Und was ist diese revolutionäre, nie dagewesene Entdeckung? Trommelwirbel, bitte...
Applaus für das Offensichtliche: Die Unterarm-Plank
Die Unterarm-Plank. Ja, du hast richtig gelesen. Die gute alte Planke. Die Übung, die jeder Trainer seit gefühlt einem Jahrhundert predigt. Versteh mich nicht falsch, die Plank ist eine fantastische Übung. Sie ist Gold wert. Der zitierte „Promi-Trainer“ Luke Milton hat ja auch völlig recht, wenn er sagt: „Der Core ist der zentrale Ankerpunkt des Körpers. Er ist die notwendige Basis für einen starken und ausbalancierten Körper.“ Korrekt. 100 Punkte für den Experten. Er erklärt sogar, dass Core-Training nicht nur die Bauchmuskeln, sondern auch den unteren Rücken, das Becken und die Hüfte trainiert. Super. Aber genau hier beißt sich die Katze in den Schwanz.
Der Artikel listet selbst auf, dass Sport beim Muskelaufbau, Abnehmen und der Verletzungsprävention hilft und Endorphine freisetzt. Und eure Lösung für all diese komplexen Ziele ist... eine isometrische Halteübung? Das ist, als würde man dir sagen, du kannst ein Haus bauen, indem du einen einzigen Nagel in die Wand schlägst. 🤦♀️
Aber ist das wirklich ALLES, was du für dich tun willst?
Ganz ehrlich, die Vorstellung, dass eine einzelne Übung ausreicht, um die Herausforderungen des Alterns zu meistern – Muskelschwund (Sarkopenie), abnehmende Knochendichte, ein verlangsamter Stoffwechsel – ist nicht nur naiv, sondern grenzt an Fahrlässigkeit. Luke Milton wird zitiert, dass die Plank den Po, die Oberschenkel, den oberen Rücken, die Arme und die Schultern trainiert. Das stimmt in einem stabilisierenden Sinne, aber glaubst du ernsthaft, du baust damit signifikant Muskeln in all diesen Bereichen auf? Träum weiter.

