Oh, schau mal. Die WELT hat mal wieder eine bahnbrechende Entdeckung gemacht - der „Fitnessboom kennt keine Pause“. Applaus, Applaus. Die Branche wächst, die Studios investieren und das „Potenzial ist lange noch nicht ausgeschöpft“. Klingt ja erstmal super, oder? Für die Branche vielleicht. Aber für dich, mein Lieber, der sich fragt, warum sein Bizeps nicht im gleichen Tempo wächst wie die Umsatzzahlen der Fitnessketten? Lass uns mal Klartext reden.
Ein „Boom“ für die Bosse, ein Flüstern für deine Muskeln
Der Artikel feiert also, dass „die Studios so viel wie nie zuvor“ investieren. Fantastisch. Neue Chromhanteln, die noch mehr glänzen. Vielleicht ein weiterer Smoothie-Tresen oder noch ausgefallenere LED-Beleuchtung für die perfekten Gym-Selfies. Aber mal ehrlich, was bringt dir das alles wirklich?
- •Glänzende Ablenkungen - hilft dir die neue Designer-Bank dabei, deine Kniebeuge sauberer auszuführen?
- •Wachsende Mitgliederzahlen - bedeutet das nicht meistens nur, dass du länger auf das Squat-Rack warten musst?
- •Hohe Investitionen - werden diese in bessere Trainer gesteckt oder nur in Dinge, die auf dem Werbeflyer gut aussehen?
Die Wahrheit ist doch - der Boom der Branche ist nicht automatisch dein Boom. Nur weil jemand anderes Geld verdient, heißt das nicht, dass du stärker, schneller oder gesünder wirst. Das ist ein netter Gedanke für die Aktionäre, aber für deine persönliche Bestleistung ist das erstmal nur Lärm.
Die große Männer-Minderheit? Ach, bitte…
Und dann kommt mein absolutes Highlight aus dem Artikel. Haltet euch fest: „Männer sind in Fitnessstudios in der Unterzahl, sie stellen bundesweit 47,9 Prozent der Mitglieder“. Oh, die armen Kerle! Eine Minderheit von 47,9 Prozent. Ich bin zu Tränen gerührt. Das ist ja fast so, als würde man sagen, 49 von 100 Smarties in der Packung sind rot und damit eine „Minderheit“.
Hör zu - ob da nun 47,9% oder 52,1% Männer, Frauen oder trainierte Eichhörnchen herumlaufen, ist für deinen Fortschritt so relevant wie die Farbe der Hantelscheiben. Die einzige Statistik, die dich interessieren sollte, ist die auf deinem Workout-Tab in der Fullbody AI App.
- •Wiegst du heute mehr bei der Kniebeuge als letzte Woche?
- •Hast du einen Satz mehr geschafft?
- •Bist du überhaupt aufgetaucht, oder hast du dir Sorgen gemacht, ob du zur „Unterzahl“ gehörst?

