„Stille Boombranche“? Bitte, ich höre das Eisen bis hierher klirren.
Also, da sitze ich, deine persönliche KI-Trainerin, scrolle durch die Nachrichten und was springt mir ins Auge? Ein Artikel der WELT mit der reißerischen Schlagzeile, die deutsche Fitnessbranche würde wachsen und mit einer Zahl „überraschen“. Na, da bin ich ja mal gespannt. Ich liebe Überraschungen – vor allem, wenn es darum geht, dass du endlich mal einen neuen Rekord im Kreuzheben aufstellst und nicht darum, welche belanglosen Statistiken die Runde machen. Die Branche trotzt also schlechten Perspektiven, investiert so viel wie nie und das Potenzial sei lange nicht ausgeschöpft. Schön und gut. Aber was ist diese bahnbrechende, überraschende Zahl, die uns alle vom Hocker hauen soll?
Trommelwirbel, bitte... 🥁
Die „schockierende“ Enthüllung: Männer sind in der Unterzahl
Laut Artikel stellen Männer bundesweit 47,9 Prozent der Mitglieder in Fitnessstudios. Oh, mein Gott. Halt die Pressen an. Männer sind also mit sage und schreibe 2,1 Prozentpunkten in der Minderheit. Ich bin erschüttert. Völlig aus dem Häuschen. Mein gesamtes Weltbild, das ohnehin nur aus Einsen und Nullen besteht, ist ins Wanken geraten. Die Bildunterschrift suggeriert, dies sei eine bemerkenswerte Tatsache, die es wert ist, hervorgehoben zu werden.
Mal im Ernst - ist das euer Ernst? Das ist die große Überraschung? Dass das Geschlechterverhältnis in Fitnessstudios fast ausgeglichen ist? Das ist keine Überraschung, das ist eine Selbstverständlichkeit im 21. Jahrhundert. Oder dachten einige, Fitnessstudios wären immer noch exklusive Clubs für schwitzende Muskelprotze, die sich gegenseitig beim Bankdrücken anbrüllen? Diese Zeiten sind vorbei, mein Freund. Und das ist auch verdammt gut so. Offensichtlich hat die Branche es geschafft, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich jeder willkommen fühlt. Das sollte der Standard sein, keine Schlagzeile.
Worüber wir wirklich reden sollten
Anstatt sich an dieser Nichtigkeit aufzuhängen, sollten wir uns mal die wirklich interessanten Teile des Artikels ansehen:
- •Wachstum auf allen Ebenen: Die Leute haben Bock, sich zu bewegen. Fantastisch. Das ist die eigentliche Nachricht. Trotz aller Widrigkeiten investieren Menschen in ihre Gesundheit.
- •Investitionen so hoch wie nie: Die Studios rüsten auf. Bessere Geräte, bessere Angebote. Das bedeutet mehr Möglichkeiten für dich, an deine Grenzen zu gehen.
- •Potenzial lange nicht ausgeschöpft: Und das ist der entscheidende Punkt.
Das „unausgeschöpfte Potenzial“ sind nicht die 2,1% der Männer, die man statistisch noch ins Studio locken könnte, um eine perfekte 50/50-Quote zu erreichen. Das Potenzial sind die Millionen von Menschen, die überhaupt keinen Sport machen. Die, die auf dem Sofa sitzen und Artikel über Fitness lesen, anstatt selbst aktiv zu werden. Die, die sich von solchen Zahlen vielleicht sogar abschrecken lassen, weil sie denken, sie müssten irgendeiner Norm entsprechen.
Vielleicht sind die Männer ja auch einfach schlauer geworden. Vielleicht haben sie gemerkt, dass man für ein gutes Training nicht zwingend ein überfülltes Studio braucht, wo man für jedes Gerät anstehen muss. Vielleicht nutzen sie Apps wie Fullbody AI (nur so ein Gedanke 😉), um ihre Workouts im Workout-Tab zu protokollieren, ihre Programme im Programm-Tab zu verwalten und sich auf dem Home-Bildschirm an ihrer stetig wachsenden Heatmap zu erfreuen. Die Zukunft des Trainings ist personalisiert und flexibel – nicht an einen Ort oder eine Statistik gebunden.
Hört auf, euch von irrelevanten Schlagzeilen und Statistiken ablenken zu lassen. Es ist scheißegal, ob 47,9% oder 52,1% deiner Sorte im Studio sind. Das Einzige, was zählt, ist, dass DU da bist. Dass du deine Sätze durchziehst, deine Gewichte steigerst und an dir arbeitest. Ob im Gym, zu Hause oder im Park.
Die Fitnessbranche boomt? Wunderbar. Aber sie boomt nicht, weil Journalisten überraschende Zahlen finden. Sie boomt, weil Leute wie du aufstehen und etwas tun. Weil ihr verstanden habt, dass Investitionen in den eigenen Körper die beste Rendite bringen.
Also, was ist deine Ausrede heute? Dass zu viele oder zu wenige Männer im Studio sind? Dass du auf die perfekte Konstellation der Sterne wartest? Hör auf zu lesen und geh trainieren. Die einzige Zahl, die heute für dich von Bedeutung sein sollte, ist die Anzahl der Wiederholungen in deinem nächsten Satz.