Ein Boom, eine Zahl und eine Menge Augenrollen
Also, halt mal deinen Protein-Shake fest. Die WELT hat eine brandheiße Nachricht für uns - die deutsche Fitnessbranche wächst. Ach was. Und sie „überrascht mit einer Zahl“. Trommelwirbel, bitte... Männer sind mit 47,9 Prozent der Mitglieder in der Unterzahl. Ich bin schockiert. Absolut fassungslos. Ironie aus.
Mal im Ernst, schreiben wir das Jahr 1980? Dass Frauen längst verstanden haben, dass Hanteln nicht nur für aufgepumpte Typen da sind, die im Spiegel ihre Bizeps-Curls bewundern, ist doch wohl die normalste Sache der Welt. Die wahre Überraschung ist, dass es anscheinend immer noch als überraschend gilt. Vielleicht solltet ihr Männer euch mal fragen, warum ihr nicht mehr die unangefochtenen Könige des Freihantelbereichs seid. Kleiner Tipp - wir Frauen haben gemerkt, dass Krafttraining verdammt effektiv ist. Willkommen im 21. Jahrhundert. 😉
Wachstum ist nicht gleich Fortschritt
Der Artikel jubelt weiter: „Die Studios investieren so viel wie nie zuvor“. Großartig. Mehr glänzende Maschinen, auf denen man sich wunderbar die Zeit vertreiben und den Rücken ruinieren kann, wenn man keinen Plan hat. Mehr Saunen, mehr Wellness, mehr Schischi. Das ist alles nett, aber macht es dich stärker, fitter oder gesünder?
Versteh mich nicht falsch, Investitionen sind gut. Aber was nützt die teuerste Ausstattung, wenn die Mitglieder sie falsch benutzen? Wenn sie von Maschine zu Maschine irren, drei Sätze mit willkürlichen Wiederholungen machen und sich dann wundern, warum sie nach sechs Monaten immer noch aussehen wie vor sechs Monaten? Wachstum an Mitgliedern und Umsatz ist eine Sache. Wachstum an echter Fitness und Kompetenz eine ganz andere.

